Startseite
Gästebuch
Forum
1226

Waldemar von Dänemark beginnt Feldzug gegen Graf Adolf IV.

Vorgeschichte:
Otto von Brandenburg unterstützte den Vater von Graf Adolf IV., Graf Adolf III. bei der Befreiung Hamburgs und Holsteins durch die Besetzung durch Heinrich dem Löwen im Jahre 1189. Graf Adolf III. revanchierte sich daraufhin im Jahre 1200 bei Otto von Brandenburg mit der Beteiligung bei einem Einfall in dänisch besetzte Slawengebiete. Er ignorierte bei dieser folgenschweren Revanche jedoch drei wichtige Punkte:

  • Die Dänen würden sich einen Überfall in ihr Gebiet nicht ohne Gegenwehr gefallen lassen, zumahl das dänische Reich zu dieser Zeit sowohl nach innen als auch nach außen stark expandierte.
  • Bei einem Gegenschlag der Dänen, könne er nicht auf Hilfe deutscher Truppen hoffen, da sich im Lande zwei Gegenkaiser um die Macht stritten.
  • Nach Befreiung der Stadt Hamburg hatte Graf Adolf III. viele Edlen für die Kollaboration mit Heinrich dem Löwen bestraft. Diese warteten nur darauf, sich an ihm rechen zu können.

Es kam wie es kommen musste. 1201 stürmte Waldemar die Stadt Hamburg und nahm Graf Adolf III. gefangen. Erst nach zweijähriger Gefangenschaft wurde Graf Adolf III. nach Abgabe des Versprechens: “auf Holstein zu verzichten und nie wieder die Waffen gegen Dänemark zu erheben” freigelassen. Adolf III. lebte seit dem zurückgezogen auf seiner westfälischen Schauenburg.
Später wurde sein Erzfeind, der Sohn von Heinrich dem Löwen, Otto IV., Kaiser. Der vom Papst eingesetzte Gegenkaiser Friedrich II. verbündete sich nun ausgerechnet mit Adolfs anderem Erzfeind Waldemar II. Dieser verzichtete freiwillig auf das Gebiet nördlich der Elbe.
Die Hamburger Bürger nutzten diese Gelegenheit, in der weder der Herr der bischöflichen Altstadt, noch der der gräflichen Neustadt etwas zu sagen hatte und vereinigten beide bisher getrennten Stadtteile im Jahre 1216. Aus der Vereinigung entspricht der Spruch: “dat Hamborg unde eyn bliwen scal jummermeire” (daß Hamburg immerzu ungeteilt bleibe).
In Holstein jedoch regierten die Dänen. Die enteigneten Grundbesitzer sahen sich nach einem Retter um und baten Graf Adolf III. um dessen Hilfe. Dieser berief sich jedoch auf sein Wort, das er Waldemar gegeben hatte. Er bot aber an, seinen Sohn bei Frau von Deest, Herrin auf Kellinghof bei Wilster, zum “Rächer” erziehen zu lassen.
Später ergab es sich, dass Graf Heinrich von Schwerin zu einem Kreuzzug aufbrach und seine Familie König Waldemar anvertraute. Nach seiner Rückkehr musste der Graf feststellen, dass sich der König mehr als ihm lieb war um seine Frau gekümmert hatte. Der gekränkte Ehemann überfiel den König während eines Jagdausflugs 1223 und sperrte König Waldemar in den Seekerker zu Schwerin.
König Waldemar verzichtete nach zweieinhalb Jahren Kerker auf die von ihm erbeuteten deutschen Ländereien, schwor niemals wieder Deutschland anzugreifen und wurde gegen Zahlung eines Lösegeldes freigelassen. Allerdings bewertete Waldemar seinen Eid anders als einst Adolf III. Er ließ sich im Sommer 1226 von Papst Honorius III. seines Eides entheben und zog noch im Jahre 1226 gegen Graf Adolf IV. in den Krieg.
Jetzt war die Zeit für den nunmehr 23-jährigen Graf Adolf IV. gekommen, scheinbar. Denn für die Hamburger Bürger stand zu diesem Zeitpunkt keineswegs fest, auf welcher Seite sie stehen würden. Erst 1225 war Adolf IV. in Hamburg erschienen und gab sich als Sohn des Grafen Adolf III. aus. Hamburg hatte sich aber zu dieser Zeit bereits von der dänischen Herrschaft für 700 Mark Silber freigekauft. Danach erfolgte die oben genannte Vereinigung der Alt- und Neustadt. Die Hamburger Bürger unterstützten den Feldzug von Graf Adolf IV. unter dem Vorbehalt, dass der Graf von Holstein nicht mehr selbstverständlich, sondern fortan nur durch Kraft eines Vertrages, der immer wieder erneuert werden muß fortbestehen könne.

eine Seite zurück zurück zur Übersicht eine Seite vor

Diese Seite wurde zuletzt am 23.02.2006 aktualisiert

[Aktuelles] [Bauwerke] [Chronik] [Namen] [Orte+Pltze] [Stadtrundfahrt] [Stadtteile] [Sonstiges] [Impressum]