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7.5.1189

Graf Adolf III von SchauenburgGraf Adolf III. erkannte die Bedeutung der Elbe. Früher war die Elbe Grenzfluß, jetzt entwickelte sie sich mit ihren 1165 Kilometern zu einem der bedeutendsten Ströme Europas und zu einem vielbefahrenen Handelsweg. Die Elbe liegt im Bereich der Alstermündung rund 105 Kilometer von der Nordsee entfernt genau an der Flutgrenze. Auch größere Schiffe können so ihre Waren bis nach Hamburg bringen, wo sie sich mit kleineren Binnenschiffen aus der Oberelbe treffen um ihre Waren auszutauschen. Deshalb wollte Graf Adolf hier eine Stadt mit Hafen errichten.
Graf Adolf beauftragte im Jahre 1188 den Vorsitzenden der Kaufleute Wirad von Boizenburg mit dem Bau einer Siedlung mit Hafen. Die neue Siedlung solle nah an der “Neuen Burg” liegen. Diese wurde 1072 bei einem Angriff der Slawen stark zerstört. Seit dem lag dieses Gebiet am heutigen Nikolaifleet 16 Jahre brach.
Graf Adolf setzte mit diesem Siedlungsprojekt mit staatsmännischem Weitblick die Erkenntnisse um, die auch Heinrich den Löwen bei der Neugründung Lübecks bewegt hatten: Eine Stadt entwickelt mehr Reichtum und bringt somit mehr Steuern ein, wenn man sie gewähren läßt, statt sie finanziell auszupressen. Das Siedlungsprojekt wuchs rasch und aus dem kleinen Hafen in der Alsterschleife ist schon manches Schiff in ferne Länder gesegelt.
Deshalb reiste Graf Adolf III. im April 1189 nach Neuburg bei Regensburg an der Donau. Hier zog Kaiser Friedrich Barbarossa sein Heer für den Kreuzzug nach Palästina zusammen. Er konnte den Kaiser von seiner Vision überzeugen und handelte am 7.5.1189 mit ihm einen Freibrief aus, der als “Geburtsschein” für den Hamburger Hafen gelten kann. Wenn man das so sieht, kann Graf Adolf als eigentlicher Gründer von Hamburg angesehen werden. Vier Tage nach diesem Gespräch zieht der Kaiser mit seinem Heer gen Süden wo er am 10. Juni 1190 beim baden im Fluß Saleph in Kleinasien ertrank.
Graf Adolf bot dem Kaiser seine Unterstützung in dem Feldzug gegen Sultan Saladin an, weil dieser die Heilige Stadt Jerusalem den Christen wieder abgenommen hatte. Das Heer, welches gegen den Sultan in den Kampf zog war groß, ein Völkergemisch aus Christen. Unter ihnen auch die Könige von England, Richard Löwenherz und von Frankreich, Philipp II. August mit ihren Gefolgsleuten. Nur der eigene Vetter des Kaisers, der Sachsenkönig Heinrich der Löwe verweigerte seine Unterstützung. Er lebte seit 1180 in England in Verbannung weil er ihm schon damals seine Hilfe verweigerte. Kaum hatten der Kaiser, Graf Adolf und das gesamte Heer Deutschland Richtung Palästina verlassen, kehrte Heinrich der Löwe aus der Verbannung zurück und scharrte seine alten Gefolgsleute um sich. Ohne auf Widerstand zu stoßen, besetzte er Holstein einschließlich Hamburg und Lübeck.
Graf Adolf erfuhr von diesen Vorgängen im Spätherbst 1190 in einem Feldlager in Kleinasien. Zu diesem Zeitpunkt war der Kaiser schon seit Juni tot. Der Graf kehrte eiligst nach Hamburg zurück und kam am 24. Dezember 1190 in seiner besetzten Stadt an. Mit Unterstützung des Sachsenherzogs Bernhard und des Markgrafen Otto von Brandenburg gelang es ihm, Heinrich aus Hamburg zu vertreiben. Allerdings nicht aus Lübeck, der größten Konkurrenzstadt von Hamburg, was die Hafentätigkeit angeht. Zudem konnte Lübeck seine Macht als Hafenstadt durch die Besetzung Hamburgs weiter ausbauen. Auch Lübeck liegt direkt an der Handelsstraße und so mußte sich Graf Adolf erstmal damit abfinden, nach Lübeck die mit der Ostsee den Osthandel weiter ausbauten, einen Nordseehafen zu etablieren.
Die Hamburger glaubten dem Grafen, als er von dem von Kaiser Friedrich ausgestellten “Freihandelsbrief” erzählte. Nur eine Urkunde konnte er nicht vorweisen, da der Freibrief nicht in rechtsverbindlicher Form niedergeschrieben wurde. Dennoch gilt der Inhalt als authentisch. Barbarossa garantiert den Bewohnern der gerade gegründeten Neustadt:

  • Freie Schifffahrt von der Elbmündung bis nach Hamburg
  • Das Recht auf freien Warenverkehr im Gebiet der Grafschaft Holstein
  • Freien Fischfang in der Elbe im Umkreis von zwei Meilen um Hamburg
  • Weide- und Holzeinschlagsrechte in der Umgebung
  • Die Bürger sind vom Kriegsdienst freigestellt und dürfen nur zur Verteidigung der eigenen Stadt herangezogen werden
  • Im Umkreis von zwei Meilen darf keine weitere Burg errichtet werden

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Diese Seite wurde zuletzt am 06.06.2006 aktualisiert

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