Startseite
Gästebuch
Forum
965

Papst Benedikt V. (geb. in Rom, gestorben am 04. 07. 965 in Hamburg)
Sein Pontifikat als Papst dauerte nur einen Monat (22.05.-23.06.964). Unter dem politischen und militärischen Druck von Kaiser Otto I. der Große wurde erstmals in der Kirchengeschichte der “Hirtenstab” über einem Papst zerbrochen. Der Kaiser empfand es als Affront: Nur er, der Kaiser, hatte das Recht einen Papst zu benennen. Bennedikt wurde nach Hamburg verbannt und unter die Aufsicht von Erzbischof Adaldag, welcher im Jahre 936 Erzbischof von Bremen und Hamburg geworden war, gestellt. Adaldag nahm den verbannten Papst in hohen Ehren auf verpflegte ihn würdevoll, denn er war ein frommer gelehrter Herr, der des Amtes wohl würdig gewesen wäre, wenn er diese Würde nur rechtmäßig erhalten hätte.
Er verstarb zwei Jahre später unerwartet in Hamburg, weil der an milde Temperaturen gewöhnte Römer das Hamburger Klima nicht vertragen habe. Seine sterblichen Überreste wurden mit allen Ehren im Hamburger Dom beigesetzt. 33 Jahre nach seinem Tod wurden seine Gebeine mit Erlaubnis Kaiser Otto III. exhumiert und nach Rom überführt und dort abermals fürstlich bestattet.
Im elften Jahrhundert wurde seine Grabstätte bei der Zerstörung des Domes vernichtet und im dreizehnten Jahrhundert um 1330 als Ehrengrab neu eingerichtet. Es soll sich hierbei um einen steinernen Sarcophag mit Bildwerken und Inschriften gehandelt haben. Dieses Grabmahl wurde später durch ein anderes Denkmal ersetzt. An der selben Stelle wurde ein Grabsteinbild, ein Fuß erhabend aus dem Boden hervorhebend errichtet. Auf diesem Grabstein wurde das Abbild des Papstes dargestellt, rings herum waren Bilder von Aposteln, Heiligen, kämpfenden Ritterfiguren sowie einer Inschrift in Mönchsbuchstaben dargestellt. Nach der Reformation geriet die Ehren-Grabstätte bei vielen Hamburgern in Vergessenheit. Als um 1750 ein Fremder das Denkmal des Papstes zu sehen wünschte und deshalb einen Hamburger nach dessen Grabstätte fragte, antwortete der Hamburger Kaufmann: “Wat geiht mi de Papst an, Ick gah na de Börs!” (Was geht mich der Papst an, ich gehe zur Börse). 1782 wurde die Grabstätte bei Umbauarbeiten geschleift. Bei Ausgrabungsarbeiten nach dem zweiten Weltkrieg wurden nur noch Fragmente gefunden.

eine Seite zurück zurück zur Übersicht eine Seite vor

Diese Seite wurde zuletzt am 20.02.2006 aktualisiert

[Aktuelles] [Bauwerke] [Chronik] [Namen] [Orte+Pltze] [Stadtrundfahrt] [Stadtteile] [Sonstiges] [Impressum]