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Alter Elbtunnel
Alter Elbtunnel 105

Am 07.05.1911 wurde der durch den Baurat Ludwig Wendemuth seit 1907 gebaute alte Elbtunnel eingeweiht. Der Bau wurde notwendig, um den schnell steigenden Fahrgastzahlen gerecht zu werden. Bisher mussten alle Werft- und Hafenarbeiter mit den hoffnungslos überfüllten Fähren übersetzen. Dieses war besonders im Winter schwierig wenn die Elbe zugefroren war. Bei Nebel und Eisgang musste der Fährbetrieb eingestellt werden und die Arbeiter mussten einen 12 km langen Umweg in Kauf nehmen. Dadurch kamen sie zu spät zur Arbeit und mussten Lohnkürzungen hinnehmen. Selbst im Sommer kam es oft zu Behinderungen der Schiffahrt durch die kleinen Fährschiffe. Oft kam es auch zu tödlichen Unglücken bei der Überfahrt.

Im damals hochmodernen Schildvortriebsverfahren wurden in 23 Meter Tiefe unter dem Elbspiegel zwei 448,5 Meter lange Röhren zwischen den St. Pauli Landungsbrücken und der Elbinsel Steinwerder verlegt. Je eine Röhre pro Fahrtrichtung. Ausgelegt wurden die Röhren Für Pferdefuhrwerke mit aufgestellter Peitsche und für Fussgänger. Vier Fahrstühle stehen auf jeder Seite zur Verfügung. Die Fahrspuren sind 1,92 m breit und 6 m hoch. Recht eng für heutige PKW, aber durchaus möglich und täglich praktikabel.

Beim Bau des Tunnels mittels Überdruck um das Eindringen von Wasser zu verhindern starben drei Arbeiter an der Taucherkrankheit, zwei weitere bei Unfällen. 689 Arbeiter überlebten die Taucherkrankheit. Insgesamt waren etwa 4400 Arbeiter für den Bau des Alten Elbtunnel eingesetzt. Die Baukosten lagen bei rund 10,7 Millionen Goldmark.

Ursprünglich war der Tunnel für Fussgänger über feste Treppen zugänglich. Im Rahmen einer Modernisierung wurden zusätzlich Rolltreppen nachgerüstet, die aber nachdem sie verschlissen waren, wieder ausgebaut wurden. Statt dessen wurden Personenaufzüge nachgerüstet, die bis heute für Fussgänger und Radfahrer unentgeltlich zur Verfügung stehen.

Seit der Eröffnung des Tunnels nutzten etwa 20 Millionen Arbeiter pro Jahr die neue Elbquerung um ihre Arbeitsplätze im Hafen und auf den Werften zu erreichen. Durch die Automatisierung im Hafen und durch das Werftensterben in den siebziger und achtziger Jahren verlor der Tunnel zunehmend an Bedeutung. Heute wird der Alte Elbtunnel von weniger als 500.000 Fussgängern jährlich genutzt.

Seit 2003 steht der Alte Elbtunnel unter Denkmalschutz. Zur Zeit wird das Eingangsgebäude auf der nördlichen Seite renoviert. Er wurde ursprünglich von den Architekten Raabe & Wöhlecke aus Basaltlava und Tuffstein errichtet und mit einer halbrunden Kuppel aus Kupfer versehen. Dieses markannte Gebäude ist weithin sichtbar und gehört mit den Landungsbrücken zu den Hauptsehenswürdigkeiten für Touristen in Hamburg.

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Diese Seite wurde zuletzt am 15.01.2008 aktualisiert

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