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Fronerei

Noch bis nach dem Großen Brand von 1842 befand sich südlich, schräg gegenüber vom Hauptportal der St. Petri Kirche, auf dem Markt ein großer Platz, die Fronerei. Neben der Fronerei standen die Richtstätte und der Pranger. Auf dem Pranger stand der Brautstuhl, ein Käfig, in dem Prostituierte zur Schau gestellt wurden. Seit 1854 bis zur Abschaffung der Todesstrafe 1949 wurden die Hinrichtungen nur noch unter Ausschluß der Öffentlichkeit vollzogen. Hingerichtet wurden unter anderem Kindesmörderinnen (bis Ende des 17-ten Jahrhunderts durch Folter) und Hexen. Bis 1603 wurden Hamburger Bürger, die des “Schadenzaubers” für schuldig gesprochen wurden, auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Der Tatbestand “Schadenzauber” galt beispielsweise als erfüllt, wenn dem Beschuldigten nachgewiesen wurde, dass er das Vieh des Nachbarn “totgezaubert” hatte. Hierzu heißt es sinngemäß im Hamburger Stadtrecht von 1603: “Wenn ein christlicher Mann oder Frau, der/die ungläubig ist und mit Zauberei oder mit Vergiftung umgeht und auf frischer Tat ertappt wird, den/die soll man auf den Scheiterhaufen verbrennen.” Zwischen 1444 bis 1642 wurden 40 bis 50 Frauen, sowie 4 bis 5 Männer zumeist der Hexerei als schuldig befunden, auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Zu Massenverfolgungen kam es in Hamburg nicht. Margret Ahlers aus Bergedorf wurde 1676 nach 21monatiger Verhandlung von dem Vorwurf der Hexerei freigesprochen. Es war der letzte Prozeß gegen Hexerei in Hamburg.

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Diese Seite wurde zuletzt am 18.03.2006 aktualisiert

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