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Jüdischer Friedhof, Altona

Der jüdische Friedhof in Altona, Königstraße 8a ist der älteste jüdische Friedhof in Hamburg. Der 1613 gegründete Friedhof gilt weltweit als eines der bedeutendsten jüdischen Gräberfelder. Der “Gute Ort” in Altona ist komplett erhalten. Bis 1869 wurden hier im Sinne des “beth olam” (Haus der Ewigkeit) jüdische Grabstätten angelegt. Nach dem jüdischen Religionsgesetz wird eine Grabstätte auf ewige Zeiten bis zum Erscheinen des Messias angelegt.
Die etwa 2 ha große Anlage besteht aus einem sefardischen Teil (“Sefarad”, hebräisch für “Spanien”, Bezeichnung der spanisch und portugiesisch sprechenden Juden und einem aschkenasischen Teil (“Aschkenas”, hebräisch für “Deutschland”, Bezeichnung der deutsch bzw. jiddisch sprechenden Juden.
Im 17. Jahrhundert verwehrte Hamburg den Juden einen Begräbnisplatz in der Stadt. Daher entstand 1613 der Friedhof in Altona, welches erst seit 1937 zu Hamburg gehört.
Auf der Anlage in Altona findet man etwa 2.500 sefardische (spanisch-portugiesische) und 6.000 aschkenasische (deutsche) Gräber.
Historisch und künstlerisch besonders bedeutend ist der sefardische Teil, der sich durch die Gestaltung der Grabsteine deutlich von dem aschkenasischen Teil unterscheidet. Hier findet man prachtvolle Marmor- und Sandsteingrabplatten sowie Grabsteine in Pyramidenform. Oft mit herausragendem Reliefschmuck von biblischen Darstellungen und Wappen geschmückt. Die zumeist aus Portugal zugewanderten Sefarden bestatteten ihre Toten unter liegenden Grabplatten. Im aschkenasischen Teil findet man aufrecht stehende Sandsteingrabmäler mit zum Teil ausführlichen hebräischen Inschriften zu den Verdiensten der Verstorbenen.

Zur Zeit werden alle aschkenasischen Grabsteine durch ein Forschungsprojekt des Steinheim-Instituts in Duisburg übersetzt. Außerdem werden zahlreiche beschädigte oder umgestürzte Grabsteine von Restauratoren aufgerichtet und stabilisiert. Weitere hamburger Stiftungen sind unter anderem die Zeit-Stiftung Ebelin, Gerd Bucerius sowie die Stiftung Denkmalpflege.

Eine Besichtigung des jüdischen Friedhofes ist zu diesen Zeiten möglich:

Siehe auch Lohse-Platz.

Datenbank zur jüdischen Grabsteinepigraphik (sehr zu empfehlen)
 

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Diese Seite wurde zuletzt am: 24.09.2008 aktualisiert.

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